Es braucht kein Weltparlament, aber die Spielregeln für den weltweiten Handel müssen ständig neu verhandelt werden. Dazu muss man Verbündete suchen und die Verbündeten am eigenen Erfolg teilhaben lassen.
4 Kommentare
Wo sollen denn Ihrer Ansicht nach die Spielregeln für den weltweiten Handel verhandelt und festgelegt werden, wenn nicht in einem Weltparlament? Was spricht gegen ein Weltparlament, in dem das Weltvolk entsprechend der Bebölkerungsanzahl vertreten ist?Tobias Pulver - Vorstand Jugendparlament Köniz, Parteilos 24. März 2010 Verstoss melden
Ein Weltparlament mit Volksvertretung gemäss Bevölkerungszahl ist abolute Utopie. Wie viele Parlamentarier soll denn dieses Parlament haben? Bei rund 7 Mia Menschen verfügt die Schweiz mit bald 8 Mio Einwohnern gerade mal über rund einen Tausendstel der Weltbevölkerung. Bei einem 1000-köpfigen Parlament wäre das 1 Sitz für die Schweiz. Wenn man die Bevölkerung in China, Indien, Russland und den USA (nur als Beispiele) betrachtet, sieht man schnell, wie in einem Weltparlament die Machtverhältnisse verteilt wären. Dann plädiere ich doch eher für den EU-Beitritt der Schweiz, wo wir zwar immer noch ein bevölkerungsmässig kleines Land sind (die EU hat heute rund 480 Mio Einwohner), aber wirtschaftlich doch etwas mehr mitzureden hätten.Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 24. März 2010 Verstoss melden
Mit den Blöcken USA/Nord-/Südamerika, EU, Afrikanische Union, China und Russland wäre mindestens ein gewisser Wettbewerb gewährleistet, in dem kleine Länder nicht sang- und klanglos untergehen würden, wie in einem Weltparlament.
Gehen wir davon aus, dass jedes Leben gleich viel Wert ist, dann dürften wir tatsächlich nur als klare Minderheit vertreten sein. Wenn wir denn wirklich so schlau und intelligent sind, dann kommt es von selbst, dass andere Länder sich mit unserer Meinung befassen und sie gegebenfalls teilen.Tobias Pulver - Vorstand Jugendparlament Köniz, Parteilos 24. März 2010 Verstoss melden
Trotzdem könnte man sich als Minderheitenschutz - ähnlich wie in der EU - Massnahmen vorstellen, durch welche kleinere Länder leicht überproportional, bzw. grössere Länder leicht unterproportional vertreten sind. Eine weitere Möglichkeit, die sich auch mit letzterer kombinieren liesse, wäre, dass jedes Land mit ca. 3-5 Delegierten vertreten ist, die jedoch je nach Bevölkerungsanzahl des Landes eine unterschiedliche Stimmkraft haben. Damit liesse sich ein zu grosses Parlament verhindern.
Doch das ist alles Theorie, ein schlüssiges Konzept gilt es noch auszuarbeiten.
Vielmehr könnte man auch fragen: Was ist die Alternative? Denn dass globale Regulierungen notwendig sind, bestreitet fast niemand.
In der Tat ist davon auszugehen, dass alle Menschen gleich viel Wert sind - keinesfalls wollte ich sagen, dass wir Schweizer schlauer oder intelligenter als andere sind. Ich gehe davon aus, dass das Weltparlament, v.a. wenn es dann noch in Welt-Nationalrat und Welt-Ständerat aufgeteilt wird (um bei den uns vertrauten Begriffen zu bleiben - könnte auch Welt-House und Welt-Senat sagen), ein solcher Verwaltungsmoloch werden würde, der nie und nimmer beschlussfähig sein wird. Deshalb lieber von Anfang an die Hände davon lassen und Geld in die UNO pumpen, damit sich deren Theoretiker damit befassen können.Thomas Kalau - Präsident glp Oberaargau, GLP 24. März 2010 Verstoss melden
Zumal von einer "Zentralregierung" kaum je Regeln und Vorschriften zu erwarten sind, die von allen 7 Mia Erdenbewohnern befolgt werden würden. Das Prinzip Weltparlament erinnert mich etwas an den Leninismus: Im Grunde eine "ideale Welt" - in der Realität nicht umsetzbar.
Ich lasse mich aber gerne überraschen...
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